Soll ich wirklich WindelFREI mit meinem Baby machen? Wo finde ich Unterstützung und Austausch? 

Gastbeitrag von Janina von Leonina frei & geborgen:


„Das funktioniert ja gar nicht…“ – bum das sitzt! 

Puh.

Mit einem Seufzer, der sich irgendwo zwischen Unsicherheit, Resignation und Enttäuschung bewegt, verschließe ich die Isarknopf-Abhaltewindel meines Löwchens wieder und nehme sie vom Töpfchen.

Annelie hatte es zwar nicht so gesagt.

Aber ihre Blicke haben mir genau diese Message übermittelt, vor der ich schon solche Angst hatte, als sie mich vor 10 Minuten bat, mir mal zu zeigen, wie das mit dem Töpfchen denn so funktionieren soll.

„WindelFREI funktioniert nicht“, hat Nicola Schmidt vom Artgerecht-Projekt mal sinngemäß in einem Blogbeitrag gesagt. Und meinte damit, dass wir nicht perfektionistisch mit uns sein sollen.

Ja, ich weiß. Aber nach außen fühlt man sich doch oft unter Druck.


Wer sich mit WindelFREI beginnt zu beschäftigen, merkt schnell: Man spart nicht nur Geld durch WindelFREI. Wir vermeiden auch pro Wickelkind tonnenweise Restmüll, der bis zu 500 Jahre zum Verrotten braucht (der selbst als Ökowindel und in der Verbrennungsanlage eine Schlacke überlässt, die nie verrotten wird). Wir verhindern durch das durchgehende Windeln tragen hervorgerufene oder geförderte Krankheitsbilder, wie das späte Einnässen, Harnwegsentzündungen, schmerzhafte Windeldermatitis, Verstopfungen, Blähungen und Koliken. Und ja, dazu gibt es Studien, und mittlerweile habe ich auch einen Wikipedia-Eintrag dazu veröffentlicht, damit noch mehr Menschen Zugang zu diesen Erkenntnissen erlangen.

Aber: Wir Eltern, die WindelFREI praktizieren, haben unsere ganz persönliche Studie zu Hause. Wir spüren, wie WindelFREI unsere Kommunikationsfähigkeit, unsere Intuition und unsere Achtsamkeit im Umgang mit dem Baby verbessert. 

Wie das unserer Bindung gut tut.

Doch noch bewegen wir uns in einer Welt, die von Pampers-Werbung beherrscht wird. Und in der viel Unverständnis, Vorurteile und Ängste gegenüber Ausscheidungen und der Ausscheidungskommunikation, wie WindelFREI auch genannt wird, herrschen.

Dabei ist der Anfang ganz simpel!


Es braucht nur ein Baby und die Motivation. Babys scheiden, so wie wir, zu bestimmten Situationen und Gelegenheiten ziemlich sicher aus. Z.B. in den Aufwachphasen in der Nacht (nie im Tiefschlaf!); nach dem Aufwachen; beim, vor oder nach dem Stillen und Essen; oder beim Wickeln. Denn dann geben Sensoren an Babys Bauch das Signal: „Ich bin nackt, also GO!“. 

Dieselben Sensoren melden gleichfalls, wenn Baby im Tragetuch mit dem Bauch an Mamas oder Papas Körper gekuschelt ist: „Halt, nicht das Nest beschmutzen, schnell raus aus dem Tragetuch und da Pipi machen!“, also dreht und windet es sich im Tuch.

Nicht erst seit Nora Imlau und ihrem Buch „Mein kompetentes Baby“ wissen wir, dass unsere Babys, ja, genau das: kompetent sind. Die Natur hat alles gut angelegt – wäre auch komisch, wenn nicht. Ein Baby besitzt also von Anfang an die notwendige Fähigkeit, sich und das eigene Nest nicht zu beschmutzen. Es braucht nur einen Erwachsenen, der richtig versteht, wenn Baby meckert, sich windet und pupst. Es könnte heißen: „Ich muss mal und möchte frei pinkeln und mich nicht einnässen oder beschmutzen“.

Am besten aber braucht es einen Clan


Denn gerade in unseren Breitengraden haben wir doch keinen Schimmer mehr von dem eigentlich recht simplen und intuitiven Umgang mit Babys Pipi und Kacka. Beim Still- und Schlafbedürfnis haben wir Eltern unser intuitives Verständnis noch gut beibehalten können. Die Windeln, die die Kinder mittlerweile oft bist ins Schul- immer öfter auch bis ins Jugendalter tragen, habe bei uns und unseren Kindern diese Fähigkeiten leider immer mehr betäubt. Wir erkämpfen sie uns nun zurück – und das geht am besten, wenn man Mitstreiter hat, einen Clan, eine Community.

Mitstreiter, die verstehen, dass WindelFREI eben kein Wettbewerb und keine Beweisführung auf Abruf ist.

Mitstreiter, die helfen statt kritisieren, wenn wir uns für den WindelFREI-Weg interessieren.

Mitstreiter, die nachempfinden können, wie es sich anfühlt, wenn das Baby mobil wird und wir als Eltern plötzlich die Signale unseres Kindes nicht mehr verstehen, weil sie sich stetig verändern.

Mitstreiter, die nachfühlen können, wie es ist, wenn man zu perfektionistisch wird, oder einfach mal einen Ach-Scheiß-Drauf-Tag mit gleichzeitigem schlechtem Gewissen hat.

Mitstreiter, die da sind und mit ihren eigenen Erfahrungen unterstützen, wenn die Nachbarn oder Verwandten mal wieder belächelt oder bekopfschüttelt haben, was wir da tun.

Mitstreiter, die uns genau die Tipps geben, die wir brauchen, wenn wir noch ganz am Anfang stehen, und nicht genau wissen, wo und wie wir anfangen sollen und ob überhaupt.

Und Mitstreiter, die sich mit uns freuen, wenn wir das erste Mal Kacka im Töpfchen oder Klo aufgefangen haben, oder zum ersten Mal mit unserem Baby ganz ohne Windel spazieren gegangen sind – oder einfach mal gut zu uns waren und dem Perfektionismus den Rücken gekehrt haben.

Im WindelFREIraum findest du einen Ort… 

… an dem du eben solche Mitstreiter triffst. Einen Clan, mit dem du dich austauschen kannst, und mit dem du dich nicht mehr allein in Sachen Ausscheidungskommunikation und Baby fühlst. In dem du aber auch fachliche Begleitung bekommst, in jedem Moment, in dem du sie brauchst, und sogar regionale Vernetzung wird ermöglicht!

2 Wochen lang kannst du schnuppern, wie es dir gefällt, und bekommst ggf. dein Geld zurück. Ich lade dich ein in die meinWindelFREI-Community, die deinen WindelFREI-Alltag erleichtern wird – nicht weil danach alles „funktioniert“. Aber weil vieles sich verbessert und leichter wird und du gemeinsam mit dem Clan und den Experten einen Umgang findest für alle Lebenslagen - für die besonders schönen und auch für die schwierigen Momente auf eurem WindelFREI-Weg.

Kinderleicht Windelfrei?! - Warum eine Windelfrei-Beratung häufig Sinn macht

 
So, da bist Du nun mit Deinem Baby, Deinem Asiatöpfchen und Deiner Abhaltewindel und alles könnte so schön sein, aber irgendwie klappt es nicht? 

Grundsätzlich brauchst Du für Windelfrei natürlich nur Humor, Neugierde und ein Baby.  Es gibt aber durchaus vielleicht auch mal ein paar Klippen zu umschiffen. Sei es der Einstieg klappt nicht so, wie Du es Dir vorstellst. Du stresst Dich zu sehr und hast es Dir anders vorgestellt. Vom Bauchgefühl her sagst Du aber: „Doch, ich glaube das ist das Richtige für uns. Ich weiß nur nicht wirklich wie…“ Da kommen dann Windelfreicoaches wie ich ins Spiel. 

Manchmal sind wir Menschen einfach was unser nächstes und wichtigstes Umfeld und die Abläufe angeht, ein wenig betriebsblind. Wir können nicht erkennen, was uns im Weg steht, obwohl wir doch alles machen wie es im Buch, auf Youtube oder in der Krabbelgruppe beschrieben wurde. Das liegt wahrscheinlich schlicht und einfach daran, dass was für andere Eltern und Babys passt nicht zwangsläufig für Euch passen muss. Es ist gut, wenn man dann jemand zur Seite hat, der einem hilft, einen Schritt zurückzutreten und sich das Geschehen mal genauer anzusehen. 

Es kann gut sein, dass Ihr einen tollen, reibungslosen Start hattet und das Abhalten von Anfang super geklappt hat. Und plötzlich ist der Wurm drin. Dein Baby schreit, drückt den Rücken durch und möchte partout nicht mehr abgehalten werden, obwohl es das vorher immer strahlend begrüßt hat. Dieser Stolperstein lässt viele Eltern zweifeln und aufgeben und es fühlt sich nach Versagen an. Dabei ist Windelfrei absolut kein Leistungssport in dem man eine Medaille bekommt, wenn man möglichst jedes kleine und große Geschäft auffängt. Vielmehr ist es eine spannende Reise auf die Ihr Euch mit Eurem Kind begebt. Ihr lernt Euch gegenseitig besser kennen und Bedürfnisse zu beachten. Ziel dieser Reise ist auch nicht, wie manch einer denken mag, das schnellere Trockenwerden (auch wenn das oft ein Nebeneffekt von Windelfrei ist) sondern dass das Baby Selbstwirksamkeit erfährt, was eines der wichtigsten Bedürfnisse des Menschen ist und sich das natürliche Gefühl für die eigenen Ausscheidungen erhält und nicht erst später mit harter Arbeit wieder trainieren muss, zu erkennen wann es mal muss.

Gemeinsam mit Dir und auch gern Deinem Partner, Deiner Partnerin klären wir erstmal: Was wünscht Du Dir? Was klappt Deiner Meinung nach nicht und warum? Wir sehen uns Euren Tagesablauf an und finden gemeinsam kreative Lösungen, die auf Euch als Familie zugeschnitten sind. Es muss für Euch passen. Alle Windelfreicoaches haben diverse Tricks und Kniffe auf Lager und können mit Dir heraufsinden, woran es wohl liegt, wenn Dein Kleines plötzlich streikt und Dir helfen es liebevoll zu begleiten.

„Es braucht ein Dorf um ein Kind großzuziehen“ sagt ein afrikanisches Sprichwort. Ein artgerecht-Coach kann Teil dieses Dorfes sein und Dir wertvolle Hilfen geben, die das Elternleben entspannter machen.


Geschrieben von Andrea Dannhauser.